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  • Ich beobachte seit gestern unzählige Bienen in der Kirschlorbeer-Hecke des Nachbarn.
    Sie sitzen vornehmlich an den frischen, neuen hellgrünen Trieben und sammeln. Aber was?
    Ich wundere mich über die Menge - es sind richtig viele Bienen dort. Hat jemand ne Antwort? Würde mich mal interessieren? Gibt's dort Stoffe für die Herstellung von Propolis?

    Diese Frage wurde von chrischma beantwortet. Siehe erste Antwort.

    • discuss.answer
      Schau mal nach ob da eventuell Blattläuse dran sitzen.
      Dann sammeln sie Honigtau.

      Besten Gruß Christoph
      • Hallo poldolly,

        Was die Bienen bei uns im Wohngebiet im Kirschlorbeer zu schaffen haben, interessiert mich ebenfalls seit 8 Tagen.
        Als ich das Gesumme zum ersten Mal früh morgens gegen 09:00 Uhr hörte, dachte ich naheliegend an
        einen Schwarm. Denn der Kirschlorbeer ist längst verblüht und grüne Fruchtansätze sind bereits
        zu erkennen. (Anm.: Blüten dieser Pflanze werden von Hummeln stark, von Bienen jedoch fast gar nicht beflogen.)

        Weil das Gesumme seit 8 Tagen nahezu den ganzen Tag über anhält, beobachtete ich, was die Bienen
        in diesem Strauch suchen bzw. finden. Es gelang mir nicht, dies schlüssig festzustellen.

        Auffällig ist, dass die Bienen eine bestimmte Sorte von Kirschlorbeer anfliegen, und zwar den
        rundblättrigen. Bei der schmalen lanzettenförmigen Sorte sind keine Bienen zugange. Zudem ist
        mir ebenfalls aufgefallen, dass sie Hecken aufsuchen, die beschnitten wurden und frisch ausgetrieben
        sind. Sie suchen irgend etwas an den frischen Blättern, und zwar im unteren Blattbereich im Übergang
        vom Blatt zum Stiel.

        Ich vermute, dass die Pflanze dort Saftdrüsen/Knötchen haben könnte und die Bienen von diesen
        aufsaugen. Blattlausbefall konnte ich in den beflogenen Sträuchern nicht sehen.

        Die Pflanze (Kirschlorbeer) ist hochgiftig und für den Menschen in geringen Mengen absolut tödlich. Sie gehört zu den giftigsten Pflanzen, die wir mittlerweile in unseren Breiten haben, wie z. B. Tollkirsche, Oleander, roter Fingerhut, Akelei, Herbstzeitlose.
        Dabei ist Kirschlorbeer hier nicht heimisch, sondern sie wurde aus Asien eingeführt. Zu früheren
        Zeiten haben Imker diese Pflanze in der Nähe ihrer Bienenstände nicht geduldet und bekämpft.
        Heute ist das Ausmaß der Anpflanzungen erschreckend, gerade in Neubaugebieten wird sie vielfach
        als Einfriedung gepflanzt.
        Für die Bienen ist die Pflanze zwar nicht schädlich, jedoch gehen ihre Alkaloide in den Honig über,
        der dadurch gefährlich wird.


        Der Nabu warnt eindringlich vor dem Anpflanzen von Kirschlorbeer:
        Stichworte
        ◾„hochgiftige, ökologische Pest“
        ◾Betonmauer ist für die Natur wertvoller
        ◾Exotischer Strauch wildert aus und verdrängt heimische Pflanzen
        ◾ungeeignet für kleine Gärten

        http://nabu-bremen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1314:nabu-warnt-vor-kirschlorbeer&catid=99:gartentipps&Itemid=614

        Propolis finden die Bienen übrigens dort nicht. Propolis ernten sie vorwiegen von den klebrigen Knospen der Erlen Pappeln Birken, Weiden, Ulmen.

        gruss bienenflug

        [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 6 Jahren, 4 Monaten geändert.]
          Abyssus abyssum invocat
        • Moin BF,

          na ja, NABU-Bremen, wie ganz am Ende des Artikels zugeben wird, übertreibt hier ein bisschen. Aber was mich interessiert ist die Behauptung, dass der Honig dadurch gefährlich wird. Woher hast Du das?

          Schöne WE-Grüße

          Kevin

          Tag: Prunus laurocerasus
            Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
          • Hallo Kevin,

            du möchtest es immer ganz genau wissen, gell!
            (Verlangst mir damit einiges ab, in der Literatur zu stöbern)

            KMP schrieb am 24.05.2014, 07:54
            Moin BF,

            na ja, NABU-Bremen, wie ganz am Ende des Artikels zugeben wird, übertreibt hier ein bisschen. Aber was mich interessiert ist die Behauptung, dass der Honig dadurch gefährlich wird. Woher hast Du das?

            Abbé Warré, Bienenhaltung für alle, Trachtpflanzen, S. 99

            Tag: Prunus laurocerasus

            siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Lorbeerkirsche#Giftigkeit

            Frische, reife Früchte schmecken süß mit bitterem Nachgeschmack. In der Türkei wird die Lorbeerkirsche wegen der Früchte kultiviert. Diese werden dort als Trockenfrüchte verzehrt. Das Fruchtfleisch kann zu Marmelade oder Gelee verwertet werden.[1][2] Die Samen enthalten – wie bei fast allen Früchten der Gattung Prunus – Prunasin, ein cyanogenes Glykosid.[3] Im Magen entwickeln zerkaute Samen die giftige Blausäure. Nach Aufnahme von Blättern oder bis zu 10 Samen kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Tachykardie und Krämpfen kommen. Bei mehr als 10 Samen können Herz- und Atemstillstand eintreten.[4] Beim Kochen aber werden die Blausäureverbindungen zerstört. Blätter und Samen enthalten mehr Prunasin als das Fruchtfleisch.


            Ich finde nicht, dass der NABU übertreibt. Hinweise auf die Giftigkeit und Gefährlichkeit dieser
            Pflanzen findet man auch an anderen Stellen,stellt die Pflanze eine Gefahr für Kinder dar (Kindergärten, Schulen, Spielplätze, Hausgarten usw.) deren Neugierigkeit durch die dunklen reifen
            Beeren geweckt werden kann.
            http://www.kirschlorbeer-pflanzen.de/kirschlorbeer-giftig


            gruss
            bienenflug



              Abyssus abyssum invocat
            • Naja, ganz so wild ist es nun auch wieder nicht:

              "Um die gefährliche Blausäure freizusetzen, müssen sowohl die Kerne als auch die Blätter zunächst sehr gut durchgekaut werden. Zum Glück besitzen weder die Kirschen noch die Blätter einen angenehmen Geschmack, so dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Kind tatsächlich viel davon verspeist."

              Man sollte seinen Kindern allgemein beibringen, dass Blätter und Früchte von frei wachsenden Pflanzen nicht gegessen werden (genauso wie man keine fremden Tiere anfaßt!), außer die Eltern erlauben es ausdrücklich. Hilft beim Überleben ;-)
                Bienen machen glücklich!
              • poldolly schrieb am 23.05.2014, 19:18
                Sie sitzen vornehmlich an den frischen, neuen hellgrünen Trieben und sammeln. Aber was?
                Gibt's dort Stoffe für die Herstellung von Propolis?

                Nein, der Kirschlorbeer hat sog. extraflorale Nektarien, das sind Nektardrüsen außerhalb der Blüten, eben in den Blattachseln. Und die sind z.Zt. sehr aktiv und erfreuen die Bienen.
                  Bienen machen glücklich!
                • Ja ok - dass kirschlorbeer giftig sein kann, ist ja bekannt. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass das Sammeln der extrafloralen Nektarien am Kirschlorbeer den Honig giftig macht. Dann müssten ja viele Honige in Deutschland vergiftet sein - aufgrund der weiten Verbreitung dieser Pflanze.
                  • poldolly schrieb am 24.05.2014, 20:27
                    Dann müssten ja viele Honige in Deutschland vergiftet sein - aufgrund der weiten Verbreitung dieser Pflanze.

                    Könntest ja Deinen Honig mal analysieren lassen, wie viele Alkaloide drin enthalten sind.

                    Viele Imker glauben auch immer noch fest daran, dass ihr Honig rein ist. Klare Fehleinschätzung.
                    Wie alles ist auch Honig den Umwelteinflüssen und insbesondere dem Gebrauch chemischer Substanzen
                    ausgesetzt. Das findet sich auch im Honig wieder.

                    Man mag nicht glauben, dass Honig unter Umständen eine Giftbombe sein kann. Wer kann da heutzutage
                    sicher sein?

                    bf
                      Abyssus abyssum invocat