hallo Gunnar,
Ich bin froh und zugleich erleichtert über Deinen konstruktiven Beitrag. Lass mich bitte kurz auf ein paar Fakten eingehen.
rannug schrieb am 08.06.2014, 14:52
Ich habe auch schon Völker durch vorweg nehmen von Schwärmen stark verkleinert und bei nachfolgenden Kälteperioden viele Puppen (einige Tage lang einige 50) gesehen, die vor die Tür geworfen wurden. Liegt die Vermutung nahe, dass zu wenig Biene da war, um die Brutflächen zu wärmen.
Beim Trommelschwärmen finde ich auch ein Problem, wann aufhören. Ich trommele lieber ein wenig "zu gründlich" und habe die Königin dabei und riskiere so einen "Einbruch".
Auch ich habe wohl zu viele Bienen raus getrommelt, um sicher zu gehen, dass der Anfänger auch
ja die Königin im Trommelschwarm hat. Hier liegt wohl die erste Ursache des Problems: Wann aufhören
mit Trommeln, wie Du richtigerweise schreibst.
Die nächste Ursache könnte mein falsches Denken in Bezug auf nachschlüpfende Brut sein. Möglicherweise
schlüpft die Brut doch nicht so schnell und zahlreich wie ich erwartet habe.
Die Kälteperionde folgte dem Abtrommeln quasi auf den Schritt und vermutlich konnten das Restvolk
nur einen Teil der Brut "retten".
Kannst Du Deine Vermutung "Kalkbrut" durch Fakten untermauern? Die wohl typischen Mumien.
Ich habe Schwierigkeiten, mir vorzustellen, dass Kalkbrut sich derart schnell ausbreitet, nur weil Bienen fehlen.
Ja, typische Mumien, schwarz-weiß. Wie lange es vom Absterben einer Larve bis zur Mumifizierung dauert, weiß ich nicht, habe mich damit auch noch nicht beschäftigt. Ich weiß nur, dass der Kalkbrut-
Pilz sein Geflecht recht rasch ausbreiten soll, wenn für ihn die Bedingungen günstig sind.
Ich denke, Die Beobachtung, Volkseinbruch durch zu starkes Trommeln sollte so stehen bleiben, es sei denn, es gibt wirkliche Hinweise auf Kalkbrut. Meine Sorge ist immer, dass sich Vermutungen in den Köpfen von Anfängern als Tatsachen festsetzen.
Keinesfalls dieser Beitrage Anfänger verunsichern oder generell zu den Eindruck vermitteln, dass Abtrommeln gleichzusetzen mit der Gefahr von Kalkbrut sei. Das ist nicht der Fall.
Wie ich oben aufgezeigt habe, ist diese Folge nur bei einem von zwei gleichzeitig abgetrommelten
Völkern aufgetreten. Und in der Tat, waren in dem anderen Volk mehr Bienen verblieben.
Ich denke man muss sich künftig Gedanken darüber machen, wie ungefähr das Gleichgewicht von
Trommelschwarm und Restvolk zu erreichen ist. EMK hat das an anderer Stelle schon mal beschrieben,
ohne dies in Zusammenhang mit Kalkbrutgefahr zu setzen.
Zum jetzigen Vorgehen: Gleichmässig kleine Mengen 250 g Zucker pro Tag flüssig füttern 1:1 halte ich für sinnvoll.
Alle anderen Ideen sind eher kontraproduktiv. Leere Waben isolieren sehr gut.
Gunnar, dass ist der beste Tipp, für den ich Dir sehr danke. Er lässt darauf hoffen, dass sich
das Volk bis zum Herbst erholen wird. Ich werd`s genau so machen. Denn das Angebot, Literweise zuzufüttern, verlangt dem Volk doch zu viel ab.
Zur Abnahme des Gewichts: Hast Du da konkrete Zahlen? Trommelschwarm sollte das Gewicht nur wenig reduzieren. Gab es vielleicht Räuberei?
Nein, Zahlen habe ich nicht. Zwei meiner Kisten sind nahezu komplett ohne Vorräte, in einer hat
ne starke Gewichtsabnahme stattgefunden. Das muss mit der Kälte und der jetzt nahezu 6-wöchigen
Trachtlosigkeit zusammen hängen. Anzeichen von Räuberei gab es nicht.
Lieben Dank
bienenflug