Hallo in die Runde,
…ich war im Pfingsttrubel unterwegs, daher melde ich mich etwas später zu Wort.
Ich beantworte erstmal die gestellten Fragen:
Hat es im Winter störende Geräusche, Katzen, Marder oder Sturm gegeben, schlagende Äste o. ähnliches?
Die Kiste steht frei auf an einemWaldrand (alter Steinbruch), daher sind Dauerstörer unwahrscheinlich – allenfalls das aus Kunststoffwellbahn bestehende Dach bei Wind/Regen.
Wie war der Zustand dieses Volkes bei der Winterbehandlung? Wieviele Bienen hatte es? Und: War es eine kompakte Traube und genügend kalt? War der Zeitpunkt richtig um sichere Brutfreiheit zu haben?
Bei der Winter-OS-Behandlung (30ml) am 21.12.2014 saß die Traube auf 4 Wabengassen – aus meiner Sicht mittelprächtig, aber vital. Ende Februar der erste Reinigungsflug, mit sehr lebhaftem Flugverkehr vor der Kiste, wie ich ihn danach nicht mehr gesehen habe. Danach begannen Gülleaufbringung und Schlechtwetterperiode.
Jetzt hatte die Kiste immer noch über 40kg Gewicht –fast alles alt und verdeckelt, neuer Honig nur am Brutnest; Varroas konnte ich in Brut, auf dem Boden etc. nicht sehen.
Da sich die Bienen weiterhin auch bei wärmeren Temperaturen weiterhin auffällig apathisch verhalten haben und bei gutem Flugwetter sichtbarer „Besucheraustausch“ mit zwei neu einlogierten Schwärmen in den beiden Nachbarkisten bestand, hab ich das Volk am Freitag mit gelinde gesagt gemischten Gefühlen abgeschwefelt und die Kiste am nachfolgenden Samstag „zerlegt“ -das Ergebnis ist hier zu sehen. Bienennettogewicht noch ca. 300gr, Null Varroa.
Gebrütet haben sie also (Brutnest auf zwei Waben verteilt), aber die Bienen waren nicht die einzigen Bewohner – Boden, Waben und Trägerober(!)seiten (zum Kistendach) mit braunen „Stäbchen“ übersäht, die ich als Eier oder Kot von Wachsmotten identifiziere, auch ein einige dicke Maden darin – sowas erwarte ich eher in abgelagerten Honigwaben, nicht in der bewirtschafteten Kiste!
Ich habe gesehen, dass ein ähnlicher Fall unter
http://forum.bienenkiste.de/forums/thread?thread=2958#dis-post-17031
hier Thema war.
Ob es letztlich Nosema oder eine andere Infektion war (die „Hinterleibprobe“ – weißer Darminhalt bei Nosema, sonst gelb-braun), war für mich nicht eindeutig zu klären – aber mit dem Wabenverbiss der Motten allein war es wohl nicht getan. Das Interieur ist nur noch ein Fall für Dampfschmelzer und Brenner. Nun bin ich der Belassung der Brutwaben über ein zweites Jahr/mehr doch skeptischer geworden – eine Teilerneuerung war nicht machbar, da ich bei versetzter 45°-Bau teilweise vier auf einmal hätte ziehen müssen. Vielleicht hat die notwendige Rechtwinkligkeit auch etwas mit Trachtangebot und Bauschnelligkeit zu tun…jedenfalls probiere ich jetzt parallel zu BK die Mellifera Einraumbeute aus, evtl. nächstes Jahr auf den „einjährigen“ BiKis den Trommelschwarm.
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…ich habe offenbar ein ernstes Problem – Nosema.
Das betroffene Volk sitzt auf Waben im dritten Jahr, hat sich letztes Jahr durch einen Schwarmabgang verjüngt und ist auch bis Ende Februar (Reinigungsflug mit Verkehr wie im Sommer) gut durch diverse Säurebehandlungen und den Wintergekommen.
Danach kam eine ca. sechswöchige, mit überwiegend feuchten Tagen und Nachtfrösten gekennzeichnete Periode. Anfang April fiel mir auf, dass zwar die ersten Pollen eingetragen wurden, der erwartete Babyboom und Bautrieb aber ausblieben. Weiterhin fiel mir die Orientierungslosigkeit einiger Damen ins Auge, die z.T. direkt vor der Kiste verenden. Die Öffnung der Kiste ergab dann die anhängenden Bilder.
Zunächst habe ich das Flugloch eingeengt und im I-Net und Verein nach Ratschlägen gesucht. Die gefundenen Lösungen
- Antibiotikumg Fumagillin (verboten in Deutschland) als Futterbeigabe
- Flüssig füttern und abwarten, dass sich das Volk erholt (ausprobiert über April-Mai, Futter wurde nicht angenommen)
- Erhöhung des Bienendurchsatzes durch mehr Pollenanagebot, Einhängen von Brutwaben
- Erneuern der Waben/vollständige Bauerneuerung,
- Kunstschwarmbildung
- Volks- und Beutenvernichtung oder -ausbrennen
bringen mich alle nicht wirklich weiter, und ich trage mich gerade mit der Entscheidung zur untersten Lösung, da mir keine anderen Standorte zu Verfügung stehen und Ansteckungsgefahr für die übrigen Völker in der Nachbarschaft besteht.
Nager können nicht in der BK gewesen sein, da ich das Gitter erst Anfang April entfernt habe.
Hat hier schon einmal jemand dieses Problem gemeistert?
Beste Grüße aus dem Bergischen Land
Daniel