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  • Hallo,

    ich finde z.Z. täglich um die 20 tote Bienen am Flugloch bzw. vor der Kiste. Das sind - wenn das so weitergeht - in 100 Tagen immerhin 2000 von 5- oder 6000. Ist das eine Anzahl, die mir Sorgen machen muss?

    Ich habe dieses Phänomen in den vorangegangenen 5 Jahren nie beobachtet. Es sind überwiegend junge Bienen (also definitiv Winterbienen), 80% davon sind völlig intakt und gesund aussehend. Die restlichen 20% haben verkrüppelte Flügel - ich weiß natürlich was das heißt!

    Nun war es hier bis auf einige wenige Tage bislang noch sehr warm (um die 15°C), und die Bienen sind geflogen und haben Pollen eingetragen. Meine Hoffnung ist, dass die gesund Aussehenden einfach nur zu spät nach Hause gekommen und im Anflug verklammt sind. Und dass der Varroendruck nicht lebensgefährlich wird, ehe ich die Oxalsäurebehandlung machen kann...

    Hat da jemand Erfahrungswerte?

    Diese Frage wurde von Jonny beantwortet. Siehe erste Antwort.

      Bienen machen glücklich!
    • discuss.answer
      Hallo Jutta,
      bei meinen BK Völkern konnte ich in diesem Jahr auch einigen Totenfall beobachten, allerdings nicht so viel wie bei dir. Ich denke dennoch, das das bei dir in Ordnung ist.
      Es dauert ja nicht mehr lang bis zur Oxalsäurebehandlung und viel Brut mit Varroen wird auch nicht mehr sein.
      Allerdings erzählen mir die Imker in meinen Verein, das sie dieses Jahr auch einen sehr hohen Varroadruck haben.
      Einige haben sogar nochmal mit Milchsäure notbehandelt.
      Hört sich alles nicht so gut an.
      LG Johannes
      • Liebe Jutta,
        da du weißt, was Stummelflügelschäden(Virus-Infektion durch Varroabefall) bedeutet, empfehle ich
        dir, Hilfe zu holen. Unsere Möglichkeiten in der BK, das Volk zu retten sind beschränkt.
        Such dir Hilfe in deinem Verein. Bestimmt hat jemand einen OS-Verdampfer.
        Das wäre besser, als auf den geeigneten Zeitpunkt für eine Träufelbehandlung zu warten. Die
        Träufelbehandlung würde dein Volk zusätzlich schädigen. Und ob es dann noch überlebt, halte ich für
        mehr als fragwürdig.
        Wäre schade.

        lg
        bf
          Abyssus abyssum invocat
        • Hallo Bienenflug,

          bei einer OS Verdampfung ist doch in der BK der Eingriff zu groß. Oder wie schaffst du es, ohne Waben zu schneiden, das Schälchens des Verdampfers in die Nähe der Traube zu bringen?
          • Hallo Sabin,

            das Pfännchen muß nicht unbedingt unter die Traube. Wegen der geringen Höhe der BK würde ich sogar davon abraten. Da die ganze Kiste während der 10 Minuten abgedichtet wird, ist es ziemlich egal, wo der Verdampfer steht. Man nimmt am besten die Stelle am Flugloch, bei der unter den Waben der größte Platz ist, so tropft dabei weniger Wachs ins Pfännchen. Dann einfach die BK mit einem feuchten Lappen verschließen, verdampfen und zuschauen, wie es aus den Ritzen quillt. Weniger Eingriff geht nicht.

            Viele Grüße
            Michael
            • Hallo Bombin,

              Ich weiß ja jetzt nicht, mit welchem Verdamper du arbeitest. Nutzt du einen Pfännchen-Verdamper wie
              z. B. den Varrox, oder einen Rohrverdampfer oder einen Teelicht-Verdampfer.
              Wie Michael hingewiesen hat, ist i. d. Regel vorne hinterm Flugloch genügend Platz für den
              Varrox unter zu schieben, aber nicht immer.

              Da muss man ein wenig kreativ sein.

              Vorschlag, wenn zu wenig Platz ist:

              1. Alternative: Bodenscharniere lösen, Vorne beim Flugloch rechts, links, kleine Keilchen unterlegen. Den so entstandenen keilförmigen Spalt an beiden Längsseiten mit Pappe dicht verschließen (verkleben)
              und zum Verdampfen verschließt du ja ohnehin das Flugloch mit Schaumstoff.

              2. Alternative: Du baust dir aus Latten oder Brettern einen Rahmen i. d. Größe der Außenmaße der
              BK und setzt diesen Rahmen zwischen BK und Bodenbrett. Vorne eine Öffnung im Rahmen lassen,
              der zum Einschieben des Verdampfers groß genug ist und obendrüber das Flugloch mit Schaumstoff oder
              Pappe abdichten

              In diesem Falle könnte man vermutlich auch einen Teelicht-Verdampfer unterstellen, habe ich aber noch nicht selbst gemacht. Ebenso habe ich keine Erfahrung damit, wenn man z. B. das Trennschied herausnehmen und einen Teelicht-Verdampfer in den Honigraum stellen würde. Könnte aber funktionieren,
              da sich der Dampf ja auch von hinten nach vorne ausbreitet.

              Weitere Möglichkeit wäre - habe ich aber auch noch nicht gemacht - die BK hochkant stellen,
              Rückbrett abnehmen, Teelichtverdampfer auf Rückbrett positionieren und vorsichtig das Rückbrett
              mit draufstehendem Verdampfer wieder schließen.
              Zuvor allerdings Trennschied raus und Flugloch mit Schaumstoff verschließen. Auf diese Weise
              würde sich m. M. n. der aufsteigende OS-Dampf obtimal in den Brutraum verteilen.

              @Michael
              Was meinst zu dazu?

              Gruß bf
                Abyssus abyssum invocat
              • Hallo Werner,
                vorne findet sich immer eine Stelle. Einfach zwischen den beiden Waben positionieren, bei denen nach unten der größte Platz ist. Falls tatsächlich ein wenig Wachs abschmilzt, macht das nichts und bei der zweiten Behandlung ist dann auf jeden Fall genug Raum. Wenn man möchte, kann man mit dem Stockmeissel vorher durch das Flugloch einfach etwas Platz schaffen, die Mühe würde ich mir aber sparen. Das Stichwort lautet "minimalinvasiv". Ein großer Vorteil ist es ja, dass auf Rumwuchten, Öffnen und ähnliche Störungen verzichtet werden kann.
                Viele Grüße
                Michael
                • Danke für eure Vorschläge! Ich kann jedoch nichts verdampfen, weil das hier bei uns nicht erlaubt ist. Werde statt dessen so bald wie möglich die Tropf-Behandlung durchführen. Zum Glück wird es inzwischen nachts sehr kalt hier.

                  Habe heute die Kiste mal kurz geöffnet und nachgesehen. Es sind noch 5 Wabengassen besetzt, wenn natürlich auch nicht so dicht wie in den vergangenen Jahren. Das Gewicht der Kiste war 25 kg, Futter ist also mehr als genug da. Sie haben die letzten warmen Wochen noch sehr eifrig eingetragen.

                  Was ich bislang auch noch nie gesehen habe, ist ein dünner Schimmelüberzug auf den verdeckelten Honigwaben. Offenbar sind sie zu wenige, um eine optimale Belüftung sicherstellen zu können. Ich nehme jetzt tagsüber den Mäusekeil raus, setze ihn abends wieder ein und hoffe so die Luftzufuhr erhöhen zu können.
                    Bienen machen glücklich!
                  • ...ist aber auch nicht verboten, es "zusätzlich" zur geforderten Behandlung einzusetzen.
                    • In Deutschland schon. Hier sind nur Träufeln und Sprühen erlaubt. Arbeitsschutzgesetz.
                        Bienen machen glücklich!
                      • ...seit wann greift das, wenn ich ganz privat in meinem Garten rumtüftle? Ich steig´ ja auch in meinem Apfelbaum ohne Helm und Sicherung mit einer selbstgebauten Leiter aus dem letzten Jahrhundert.

                        Allerdings muß ich Dir natürlich recht geben. Auch ich würde jeden davon abraten, solche Versuche durchzuführen. Ich hab´ ja nur davon gehört, dass OS-Verdampfen in A und CH den Bienen gut tut. Aber hier macht das bitte auf gar keinen Fall!
                        • Jutta50 schrieb am 26.11.2017, 17:55
                          In Deutschland schon. Hier sind nur Träufeln und Sprühen erlaubt. Arbeitsschutzgesetz.
                          Gibt es denn hierzulande überhaupt OS-Tabs mit Zulassung als Medikament für die Bienenbehandlung?
                          • Der Varrox-Verdampfer wurde von Mellifera e.V. mit entwickelt und in 2000, 2001 in einem großen
                            Feldversuch getestet. Die Firma Andermatt BIOCONTROL AG erhielt auf die Anwendung des Varrox-Verdampfers ein Patent. Seit Oktober 2001 ist er in Österreich zur Varroabehandlung zugelassen.

                            Aus wirtschaftlichen Gründen ist das Verdampfungsverfahren in Deutschland nicht zugelassen!
                            Da würden die falschen (nicht gewollten) Leute Geld verdienen!!!

                            http://www.imkerei-fischermuehle.de/fix/doc/OS0110.pdf
                              Abyssus abyssum invocat
                            • bienenflug schrieb am 26.11.2017, 20:20
                              Aus wirtschaftlichen Gründen ist das Verdampfungsverfahren in Deutschland nicht zugelassen!
                              Da würden die falschen (nicht gewollten) Leute Geld verdienen!!!

                              Lieber bienenflug,
                              pass bitte auf, dass Du Dich an dieser Stelle nicht verrennst. Es gibt in Deutschland zur Zeit nur zwei für die tiermedizinische Anwendung bei Bienen zugelassene Oxalsäure-Produkte. Eins davon wird von den Serumwerken Bernburg hergestellt, das andere von - ta-ta - der Andermatt BioVet Gmbh, dem Schwesterunternehmen der von Dir genannten Andermatt Biocontrol. Ob das Serumwerk Bernburg zu einem der großen Player auf dem Markt für Medizin- oder Agrarprodukte gehört, konnte ich jetzt nicht herausfinden. Diese beiden Unternehmen liefern übrigens auch die zugelassene Ameisensäure.

                              Mellifera propagiert übrigens als schonende Alternative zur Träufelbehandlung eine mehrfache Sprühbehandlung mit Oxalsäure. Eine Sprühbehandlung ist allerdings nur bei Mobilbau sinnvoll möglich (wie auch bei Milchsäure). Dabei ist natürlich wie auch bei der Verdampfung in hohem Maße auf Arbeitsschutz zu achten. Ob die Sprühbehandlung eine zugelassene Behandlung in Deutschland ist, weiß ich nicht.

                              cookie
                              • hallo Cookie,

                                Die Sprühbehandlung ist seit Anfang 2017 in Deutschland zugelassen, ist aber im Stabilbau, insbesondere in der BK nicht anwendbar. Wir hatten das an anderer Stelle andiskutiert:
                                http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread/4534/index.html#dis-post-28891

                                Die Oxalsäure-Verdampfung - habe ich in Erinnerung, dass wirtschaftliche Gründe einiger
                                Leute offensichtlich das Hindernis für die Zulassung in Deutschland waren bzw. sind. Ich müsste ganz weit hinten in meinen Hirnzellen graben, um das wieder konkreter hervor zu heben. Mal sehen. Mit der
                                Zulassung von bestimmter Ameisensäure verhält es sich ähnlich.
                                Nachvollziehbar ist die Nichtzulassung der OS-Verdampfung in Deutschland für den verständigen Dritten jedenfalls nicht!

                                gruß bf

                                PS: habe gerade auf der diesjährigen Petition zur Beantragung der Zulassung des OS-Verdampfungsverfahrens in Deutschland gelesen, dass offensichtlich niemand bereit war die für die Zulassung erforderlichen 100.000 Euro zu übernehmen.
                                Auffällig: in D haben nur 56 Personen den Petitionsantrag unterstützt! Da wurde wohl zu wenig in der Imkerschaft geworben.
                                https://www.openpetition.de/petition/online/uebernahme-der-arzneimittelzulassung-fuer-oxalsaeureverdampfung-durch-das-bundesministerium-fuer-ern
                                [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
                                  Abyssus abyssum invocat
                                • bienenflug schrieb am 26.11.2017, 22:37
                                  hallo Cookie,

                                  Die Sprühbehandlung ist seit Anfang 2017 in Deutschland zugelassen, ist aber im Stabilbau, insbesondere in der BK nicht anwendbar. Wir hatten das an anderer Stelle andiskutiert:
                                  http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread/4534/index.html#dis-post-28891

                                  Die Oxalsäure-Verdampfung - habe ich in Erinnerung, dass wirtschaftliche Gründe einiger
                                  Leute offensichtlich das Hindernis für die Zulassung in Deutschland waren bzw. sind. Ich müsste ganz weit hinten in meinen Hirnzellen graben, um das wieder konkreter hervor zu heben. Mal sehen. Mit der
                                  Zulassung von bestimmter Ameisensäure verhält es sich ähnlich.
                                  Nachvollziehbar ist die Nichtzulassung der OS-Verdampfung in Deutschland für den verständigen Dritten jedenfalls nicht!

                                  gruß bf

                                  Hallo Bienenflug,
                                  mag ja sein, dass die Nichtzulassung in Deutschland nicht nachvollziehbar ist, aber die Vermutung, dass wirtschaftliche Interessen der Hersteller der zugelassenen Oxalsäure-Lösungen dahinter stecken könnten, betrachte ich aus den o.g. Gründen (gleicher Hersteller) als ebenfalls nicht nachvollziehbar.
                                  Dass die Sprühbehandlung für die Bienenkiste nicht geeignet ist, schrieb ich bereits
                                  Sprühbehandlung ist allerdings nur bei Mobilbau sinnvoll möglich.
                                  Für mich kann ich ja nur sagen, dass ich meinen mir teuren und lieben Bienen keinen Schaden mit technischer Ameisensäure oder Oxalsäure, deren Reinheit und Qualität unklar ist, schaden möchte. Ich sage mir da "Geiz und Gier fressen Hirn." Der Hersteller von Silikon-Implantaten war offenbar auch der Meinung, dass Industrie-Silikon ebenso gut sei.

                                  cookie
                                  • hallo Cookie,
                                    ich habe gerade einen NACHTRAG in meinen letzten Beitrag hinzugefügt, wohl zeitgleich mit deinem
                                    Beitrag. Betrifft die wirtschaftlichen Interessen der Produzenten.

                                    bf
                                      Abyssus abyssum invocat
                                    • Hallo,
                                      eine fehlende Zulassung ist kein Verbot.
                                      Es läuft so: der Hersteller beantragt die Zulassung seines Mittels bei der Behörde, die Behörde prüft und erteilt ggf. die Zulassung, der Hersteller trägt die (sehr hohen) Kosten der Zulassung.
                                      Ist der Hersteller der Meinung, der erwartete Gewinn ist zu klein, um die Kosten und den Aufwand für die Zulassung zu rechtfertigen, beantragt er sie nicht. Also erfolgt auch keine Zulassung.

                                      Es handelt sich also um kein Verbot und auch keine Verschwörung der Leute, die schon Geld daran verdienen, sondern um eine Kosten-Nutzen-Rechnung des Herstellers.

                                      Gruß
                                      Heiner [Hinweis: heiner hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
                                      • heiner schrieb am 27.11.2017, 23:08

                                        Es handelt sich also um kein Verbot und auch keine Verschwörung der Leute, die schon Geld daran verdienen, sondern um eine Kosten-Nutzen-Rechnung des Herstellers.

                                        Hallo Heiner,
                                        das mag deine Sicht der Dinge sein. Ich sehe das ganz anders.

                                        Ich möchte an dieser Stelle auf meinen neuen Beitrag von heute hinweisen:
                                        http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread/4545/index.html#dis-post-29009
                                          Abyssus abyssum invocat
                                        • heiner schrieb am 27.11.2017, 23:08
                                          Es handelt sich also um kein Verbot und auch keine Verschwörung der Leute, die schon Geld daran verdienen, sondern um eine Kosten-Nutzen-Rechnung des Herstellers.
                                          So habe ich das auch verstanden. BioVet/BioControl wird sich schon ausgerechnet haben, dass die Kosten höher sind als der anschließende Nutzen, obwohl sie nach der Zulassung des eigenen Präparates ja erstmal der einzige Anbieter am Markt wären. Vielleicht schätzen Sie einfach anhand des Absatzes ihrer zugelassenen Ameisen- und Oxalsäure-Lösung ab, dass auch bei einem Oxalsäure-Präparat zum Verdampfen die weit verbreitete "Geiz-ist-geil-Mentalität" durchschlägt und lieber billige, für Reinigungszwecke etc. vorgesehene Chemikalien verwendet werden. Die können natürlich irgendwo her importiert und billiger angeboten werden, da weder Zulassungskosten eingespielt werden müssen, noch müssen bestimmte Qualitäten garantiert und dokumentiert werden etc.
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