Hallo Eva
in 1 Woche, am 21.06.13, ist Sommersonnwende. Normalerweise haben dann die Bienen ihren Zenit
längst erreicht.
Ich würde Deinem Volk den Honigraum dieses Jahr nicht mehr freigeben. Lass sie den Brutraum
ruhig komplett ausbauen (falls das überhaupt geschieht) und lass sie dann in Ruhe ihre
Winterbienen heranziehen. Das Volk wird vermutlich reichtlich Honig eintragen, so dass Du sie evtl.
nicht mehr zuzufüttern brauchst. Das Volk hätte dann eine sehr gute Leistung vollbracht.
Sofern sie wirklich noch Bautrieb über das Schied hinaus zeigen sollten, kannst Du diese kleinen
Wabenstückchen beherzt abschneiden und verkosten.
Abyssus abyssum invocat
discuss.answer
Wenn Du noch eine späte Tracht (z.B. Linden- oder Waldtracht) erwartest, dann kann es sinnvoll sein, den Honigraum noch freizugeben. Am besten hörst Du Dich mal bei den Imkern in der Nachbarschaft um, was jetzt noch zu erwarten ist. In Hamburg, wo es eine sehr starke Lindentracht gibt, würde ich z.B. jetzt noch ein Volk, das den Brutraum überwiegend ausgebaut hat, komplett mit Mittelwänden ausstatten.
Wenn es eher unklar ist, ob es noch Tracht gibt, kann an z.B. auch Mittelwand-Leisten mit dreieck halbierten Mittelwänden einhängen (lange Seite nach vorne, nach hinten immer kürzer werdend - drücke ich mich verständlich aus?) So spart man Material und vergeudet nicht einen kompletten Satz Mittelwände.
Oder Du machst auch in den Honigraum Anfangsstreifen. Das Problem kann dann aber sein, dass die Bienen doch noch ganz viel sammeln und hinten alles zu kompletten Waben ausbauen, die dann schwerer zu ernten sind. Reine Jungfern-Honigwaben zerbrechen bei der Ernte sehr schnell.
Ich würde den Honig spätestens in der zweiten Julihäfte ernten, so dass ab Anfang August noch genügend Zeit ist, für Varroabehandlun und ggf. notwendige Auffütterung.
Hallo Eva,
Du kannst Dich über Dein Bienenvolk freuen, wenn es bis Mitte Juli den Brutraum komplett ausgebaut
haben sollte. Meinen Fenststellungen zufolge kommt das gar nicht so häufig vor. Dazu brauchst Du
eine starken und frühen Vorschwarm, was diese Jahr sehr rar war.
Zur derzeitigen Tracht meine kurze Info:
Im Umkreis meines Bienenstandes an der unteren Saar blühen die Akazien zu hauf und in Überfülle.
Aber kein Gesumme ist zu hören, keine Bienen fliegen die Bäume an. Das bedeutet: Die Akazien
honigen nicht. Diese Tracht fällt komplett weg.
Auch der Vorsitzende unseres örtlichen Imkervereins ist verwundert und kann dies nicht verstehen.
Seit gestern haben bei uns die Linden (alte reicht tragende Bäume) zu blühen begonnen. Ich habe
mir am späten vormittag die zeit genommen und habe die Bäume beobachtet. Kein Bienenflug!!!
Ab und an mal eine Hummel. Die Linden honigen nicht!!!
Das gleiche bei den Wildrosenhecken auf dem Feld.
Kein Wunder, dass ich seit 14 Tagen in kleinen Mengen beifüttern muss, damit die bienen Wabenwerk
bauen.
Bedenke dies. Nochmal meine Empfehlung, gib dieses Jahr den Honigraum nicht mehr frei.
Schau dich um, welche Trachtpflanzen angeflogen werden.
Ich hatte im vergangenen Jahr nur wenig Honigeintrag in den Honigwaben, stattdessen aber bis
Ende Juli Brut im Honigraum. Das hat mir gar nicht gefallen. Nachdem ich die Honigwaben entnommen
und abgeernet hatte, War die Bienenkiste fast ohne Futter und ich fütterte sofort auf.
In guten Trachtjahren ist auch im vorderen Raum genug Futter.
Diese Jahr befürchte ich in unserer Region wieder Futtermangel.
Vielleicht tragen diese Infos zu Deiner Entscheidung mit bei.
Gruß Bienenflug
Abyssus abyssum invocat
Hi Bienenflug,
ja vielen Dank für deine Infos.
Bei uns steht als nächstes die Lindenblüte an (noch blühen sie nicht), davon haben wir auch einige. Und dann Waldtracht.
Tendentiell würde ich den Honigraum, dann dieses Jahr nicht mehr freigeben und die Tracht als Überwinterungsfutter nutzen.
ABER heute im Imkerkurs, haben wir gelernt, dass Späte- und Waldtracht kein gutes Futter für die Überwinterung bieten und wir daher überlegen sollen diese Tracht besser als Honig zu ernten und dann zuzufüttern...
Was sagen die Experten? (Unsere Bienenkiste steht am Waldrand)