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  • Servus miteinander,

    bei uns im Tal gibt es heuer viel Melezitosehonig. Dazu kommt, dass wegen der extrem hohen Temperaturen in den letzten Wochen die Varroabehandlung meines Jungvolkes erst jetzt stattfinden kann.

    Nun hat mich mein Imkerpate etwas aufgescheucht, weil er meinte, ich müsste vor der Behandlung unbedingt sicherstellen, dass nicht zu viel Melezitosehonig vorhanden sei (d. h. genau nachschauen = "mindestens eine der Brutwaben ganz rausnehmen"), bzw. ich müsste je nach Befund vorher noch füttern. Ansonsten würde ich es riskieren, dass während der Behandlung u.U. die Königin abgestochen würde. Ihm sei das schon einmal passiert.

    Außerdem habe ich irgendwo gelesen, dass das Volk über den Winter verhungern könnte, wenn es zu viel von diesem "Betonhonig" in seinen Vorräten hat.

    Als Anfängerin stehe ich natürlich jetzt ziemlich blank da; ich habe nur beobachtet, dass etwa der Blattlausbefall im Umgriff unseres Gartens eher geringer war als in anderen Jahren, aber was besagt das schon...

    Soll ich wirklich anfangen, aus dem Brutraum eine Wabe herauszufriemeln? Ich bezweifle das, habe den traditionellen Vorgehensweisen aber noch nicht genug Bienenkisten-Fachwissen entgegenzusetzen. Welche Möglichkeiten gäbe es denn, ohne massiven Eingriff im Brutraum an die benötigten Informationen zu kommen? Und was wären ggf. die Konsequenzen?

    Vielen Dank für eure Hilfe!

    Diese Frage wurde von emk beantwortet. Siehe erste Antwort.

    [Hinweis: lazybee hat den Beitrag zuletzt am vor 7 Jahren, 1 Monat geändert.]
      Grüße aus den Bergen,

      Katharina
    • discuss.answer
      Das Thema ist in der Tat für einen Anfänger schwierig. Statt eine ganze Brutwabe rauszufriemeln, würde ich vielleicht mal etwas mit einer "Sonde" (vielleicht ein langes dünnes Messer, Schaschlik-Spieß o.ä.) etwas bei den Randwaben bzw. im hinteren Bereich nach Melizitosehonig fahnden. Im Verdachtsfalle dann ein größeres Stück Wabe rausschneiden (Wabenkeil oder von hinten ausgehend ein Rechteck). Wenn tatsächlich M-Honig in größerem Umfang im Brutnest vorhanden ist, wird es wirklich schwierig.

      Das ist dann eigentlich keine Anfängeraktion mehr. Man müsste die Bienenkiste komplett auseinander nehmen, die Bienen abfegen (so wie bei der Bauerneuerung) und möglichst viel von dem Honig rausschneiden. Anschließend wieder alles einbauen, Bienen zurück und mit Zuckerwasser auffüttern.

      Zum Thema AS-Behandlung und M-Honig kann ich nichts aus eigener Erfahrung beisteuern. Ich würde das Risiko aber eingehen und die AS-Behandlung einfach machen.
      • Vielen Dank Erhard, für die schnelle und ausführliche Antwort!

        Nach der Kistenöffnung sehen wir weiter. Vielleicht ist es ja doch nicht der Betonhonig-GAU. Über das Ergebnis berichte ich selbstverständlich, ggf. mit den entsprechenden Bildern.

        Haltet mir und meinen Freundinnen die Daumen! [Hinweis: lazybee hat den Beitrag zuletzt am vor 7 Jahren, 1 Monat geändert.]
          Grüße aus den Bergen,

          Katharina
        • So, ob das jetzt der "Worst Case" ist, muss sich erst noch herausstellen. Zur Illustration siehe angehängte Bilder.

          Da meine Dirndln mich vor einer Woche höchst ungnädig und recht nachdrücklich verscheucht hatten, war der letzte genaue Blick von hinten in die Kiste vor gut zwei Wochen. Damals hatte mein Jungvolk ein wenig unter dem Trennschied rumgebaut, aber alles recht harmlos. Mein Imkerpate kam heute, und als wir die Kiste offen hatten, traf mich fast der Schlag: der Honigraum war zu einem Viertel mit Waben ausgebaut!

          Der Brutraum ist zu 80% ausgebaut, gut so, aber die Waben hinten sind voll mit Melezitosehonig, zäh bis leicht kristallisiert, nicht gut. Dafür sehr wohlschmeckend.

          Nach einiger Überlegung beschlossen wir, die meisten der Honigraum-Waben rauszunehmen, und nur einen Rest als Futterreserve bis zur Varroabehandlung drinzulassen. Diese muss wegen der wiederkehrenden großen Hitze noch mal um ein paar Tage verschoben werden.

          Da die Waben kaum verdeckelt sind, ist der Honig nur begrenzt haltbar, also werden wir einen Teil gleich verzehren, einen Teil einfrieren und einen Teil den Bienen anbieten, damit sie ihn umtragen. Dann würde daraus wieder ein guter Wintervorrat.

          Der Rest des Problems bleibt: wir müssen wohl oder übel demnächst eine Brutraum-Wabe entnehmen, um festzustellen, ob auch hier unverhältnismäßig viel M-Honig eingetragen wurde. Meine Hoffnung ist, dass der extreme Bau im Honigraum direkt mit der unvorhergesehenen Fichtentracht zusammenhängt, und vorne alles im vertretbaren Rahmen ist. Sonst wirds unangenehm.

          Eine Frage noch: Falls wir nun tatsächlich Löcher in die Brutwaben schneiden müssen, um ein Übermaß an M-Honig zu entfernen, haben die Bienen dann noch genügend Reserven (genügend Futter vorausgesetzt), die Löcher wieder zu stopfen? Kennen sie sowas wie "Wachsrecycling", oder ist das nur eine sehr menschliche Vorstellung?

          Vielen Dank im Voraus!
            Grüße aus den Bergen,

            Katharina
          • Lagerfähgkeit der Hongwaben: I.d.R. ist der Wasseranteil auch in unverdeckelten Waben in der Bienenkiste ausreichend gering, so dass der Honig (unbegrenzt) lagerfähig ist, wenn Du ihn luftdicht lagerst (Tupperdose o.ä.).

            Lücken im Brutbereich schneiden: Wenn Du mit Zuckerlösung fütterst (was Du angesichts der schwierigen Tracht auf jeden Fall tun solltest), wird - falls nötig - auch wieder gebaut.

            Honig zurückfüttern: würde ich bei M- oder Waldhonig auf keinen Fall machen! Es ist wichtig, dass jetzt am Ende noch reichlich balaststoffarmes Futter in die Kiste kommt.

            Wachsrecycling kommt nur in kleinem Umfang vor. Es ist nicht so, dass eine komplette Wabe zerlegt und neu verbaut wird.
            • Vielen Dank, dann können wir uns den Honig guten Gewissens schmecken lassen, und etwas davon an die vielen InteressentInnen verschenken, die schon bei der ersten Erwähnung meiner Bienenkiste angefangen haben, leere Honiggläser zu sammeln ;-)

              Flüssigfutter ist über den Verein schon bestellt und sollte demnächst geliefert werden. Muss ich nur noch die Operation an der Brutwabe überstehen (tut mir vermutlich mehr weh als dem Bien, es ist ja zu seinem Besten). "Don't panic" würden meine kleinen Freundinnen vermutlich sagen.
                Grüße aus den Bergen,

                Katharina
              • Da bin ich wieder. Kaum ist ein Problem halbwegs gelöst, kommt das nächste, aber der Reihe nach:

                Wir haben letzte Woche die Kiste durchgesehen: alle Waben im Honigraum raus (die hatten schon wieder weitergebaut und eingetragen, Gesamtgewicht der Ernte insgesamt knapp 6 kg!). Im Brutraum zwei Waben zur Inspektion herausgenommen, in ihnen und auch am Rand des Brutnestes war auch Futter, und mein Imkerpate hielt es nach Lage der Dinge für die beste Lösung, das verdeckelte Futter aufzureißen, damit dieses Futter möglichst schnell vom Volk selbst noch verzehrt wird. Das scheint hier im Umkreis eine bewährte Methode zu sein. Verdeckelte Brut war zu sehen, auch noch Drohnenbrut, Drohnen sowieso, und insgesamt machte das Volk einen sehr vitalen Eindruck. Die Operation am Brutnest war recht schweißtreibend, nicht nur wegen der Temperaturen. Aber am Ende war alles wieder an Ort und Stelle, auch der Trennschied, da lt. Anleitung es bei einem Jungvolk nicht nötig ist, diesen zur AS-Behandlung zu entfernen. Und wir wollten ja nicht, dass wieder nach hinten gebaut wird (vorne im Brutnest ist immer noch eine große Ecke frei, Platzmangel kanns also eigentlich nicht sein).

                Als ich zwei Tage später mit der AS-Behandlung anfangen wollte, schienen mir die Waben hinter dem Trennschied merkwürdig schief. Und als mein Imkerpate Zeit hatte, sich das mit mir zusammen anzusehen, zeigte sich das wahre Ausmaß des Problems: Ein Teil der eigentlich sehr stabilen Brutwaben hat sich in der Nähe des Trennschieds von den Trägerleisten gelöst und hängt nun ziemlich windschief im Brutraum. Fotos sind leider missglückt, ich werde aber versuchen, welche nachzuliefern.

                (Das passierte ausgerechnet an den ältesten Teilen des Wabenwerks, und obwohl wir immer zu zweit waren und sehr vorsichtig mit der Kiste umgegangen sind, kein seitliches Abkippen und auch keine abrupten Bewegungen, alles sehr kontrolliert und fast in Zeitlupe. Auch waren nach dem Wiederverschließen der Kiste beim Kontrollblick von hinten alle Waben dort, wo sie sein sollten, und alles schien stabil. Allerdings mussten wir den Trennschied entnehmen, weil wir bei den Brutwaben die Menge der eingetragenen Melezitosehonigs abschätzen bzw. einiges davon rausschneiden wollten. Die entsprechende Warnung hier http://www.bienenkiste.de/doku/betreuung/as-behandlung/index.html muss sehr ernst genommen werden!)

                Die Bienen hatten auch schon angefangen, die schiefen Waben unten und oben wieder zu fixieren und auch zwischen den Waben glaubte ich "Stabilisierungs-Brücken" zu sehen. Die Aufregung innerhalb des Volkes hält sich aber sehr in Grenzen, von Panik keine Spur. Nach Einschätzung meines Imkerpaten verhalten sie sich recht unauffällig, machen auch keinerlei Anstalten, auszuziehen, was nach seiner Erfahrung durchaus der Fall wäre, wenn die Umstände für sie zu schwierig würden.

                Wir waren beide völlig ratlos, und beschlossen, die Situation im Augenblick zu akzeptieren wie sie ist. Auch wenn es unsereinem alarmiernd scheint, solche Dinge passieren ja auch in der Natur: wenn ein Baumstamm samt Nest vom Wind schiefgeblasen wird, müssen sie mit der Situation zurechtkommen. Mittelfristig müsste man sich was einfallen lassen, eventuell aber erst im nächsten Sommer, siehe auch http://forum.bienenkiste.de/forums/thread/100/krumme-waben#dis-post-262 bzw. http://forum.bienenkiste.de/forums/thread/289/bauerneuerung-mittels-des-trommelschwarmverfahrens#dis-post-1167.

                Mittlerweile hab ich viel im Forum und auf allen möglichen anderen Seiten gelesen, und habe noch eine andere Idee: könnte es nicht doch besser sein, die "schiefen" Teile der Waben zu entnehmen und die Bienen noch neu bauen zu lassen? Angesichts der guten Wetteraussichten könnte das m.E. eine Option sein. Ich müsste möglichst schnell füttern, allerdings die AS-Behandlung unterbrechen, die würde dann je nach Diagnose eben im September noch mal gemacht werden, aber das scheint hier im Tal ohnehin recht geläufig zu sein.

                Was meinen die Experten? Danke schon mal für eure Unterstützung!

                [Hinweis: lazybee hat den Beitrag zuletzt am vor 7 Jahren, 1 Monat geändert.]
                  Grüße aus den Bergen,

                  Katharina
                • Liebe Katharina, es tut mir leid, dass bei dir grad ein Prob das andere jagt!

                  Deine Frage passt nicht so recht unter dein Titelthema. Dann kann es nach Beantwortung kaum noch jemandem helfen.
                  http://forum.bienenkiste.de/forums/board/46/bienenkiste-besiedeln
                  Kann du sie vielleicht hier nochmal stellen? (Hinkopieren)
                    sapere aude
                  • Hallo Digne, bitte sehr:

                    http://forum.bienenkiste.de/forums/thread/935/brutwaben-teilweise-abgesackt#dis-post-4600

                    Alles weitere, was sich nicht ursächlich auf die Melezitose bezieht, findet ab sofort hier statt. [Hinweis: lazybee hat den Beitrag zuletzt am vor 7 Jahren, 1 Monat geändert.]
                      Grüße aus den Bergen,

                      Katharina
                    • Vielen lieben Dank, garnichtlazy Katharina!
                      Ich bin immer froh, wenn die Ordnerei nicht nur nervt, sondern verstanden wird smiley
                        sapere aude