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  • Es tut mir leid, wenn ich euch derzeit so stark frequentiere, aber wir haben Räuber an unseren beiden Kisten. Ich hatte ein Wabenstück am Stock übersehen, dass tagsüber neben der Kiste lag.

    Es sah nachmittags an einer Kiste erst so aus, als ob sich viele junge Bienen einfliegen.
    vgl.: http://www.bienenwiki.de/wiki/index.php?title=R%C3%A4uberei

    Als der starke Flugbetrieb nicht abebbte, habe ich zunächst die Fluglöcher drastisch verkleinert.
    Das half nicht.
    Also haben wir sie mit einer Gaze verschlossen, alle Bienen abgefegt und gefüttert.
    Aber die Räuber sind sehr hartnäckig und waren auch nach 2 Tagen noch da, obwohl sie nicht hereinkamen.

    Heute morgen um 6 Uhr haben wir die Völker auf die andere Seite des Hauses getragen.
    Die ersten Räuber waren schon da, obwohl es leicht regnete.
    Wir mussten dafür sorgen, dass sie auf gar keinen Fall an den Kisten hängen.
    Am alten Standort stehen nun Papp-Atrappen, die jetzt (10 Uhr) stark frequentiert werden.

    Der neue Platz ist halbwegs schattig. Die Kisten stehen dort geparkt übereinander.
    Wir halten die Fluglöcher mit Gaze zu und haben die Fluglöcher unter Berücksichtigung der Belüftung mit Minze, Thymian und Co. zugelegt.
    Bisher ist Ruhe.
    Zwischendurch sprühe ich Wasser durchs Flugloch.
    Heute abend werde ich erneut füttern.

    Im anderen Foren gibt es einige Hinweise, dass der Eingriff zum Schutz beräuberter Völker letztlich sinnlos ist, da es schwache Völker sind, die in Folge häufig nicht den Winter überleben. Es sei besser, man solle der Natur ihren Lauf lassen.

    Hat jemand von euch Erfahrungen mit erfolgreicher Bekämpfung einer Räuberei?
    Gibt es Hinweise zu ergänzenden Maßnahmen?
    Wann kann ich eurer Einschätzung nach die Kisten an den alten Platz zurückstellen (leider habe ich keine andere Möglichkeit zur Aufstellung)?

    Danke für eure Unterstützung
    • biena schrieb am 17.08.2013, 10:32
      Im anderen Foren gibt es einige Hinweise, dass der Eingriff zum Schutz beräuberter Völker letztlich sinnlos ist, da es schwache Völker sind, die in Folge häufig nicht den Winter überleben. Es sei besser, man solle der Natur ihren Lauf lassen.

      Das habe ich auch gelesen. Im Grunde sei immer der Bienenhalter schuld, weil das Volk zu schwach ist ("Einer Räuberei geht immer eine Eselei des Imkers vorraus.")
      Vielleicht kannst du die Völker vereinigen - mit einem Profi zusammen. Oder wenigstens den Honig ernten, der jetzt noch drin ist. Das haben wir verpasst...
        1 Volk, Bienenhaltung seit 2012
      • Es ist noch ein Unterschied, ob die fremden Bienen mit viel Aufwand versuchen, Dein Volk auszuräubern, oder ob der Widerstand schon gebrochen ist. Man kann das u.a. auch an einem schmierigen, klebrigen Eingangsbereich erkennen.

        Die Bienen, die sich an der Papp-Attrappe rumtreiben, sind vermutlich Deine eigenen Bienen. Sie sind ja auf den alten Standort eingeflogen. Durch eine solche Maßnahme schwächst Du Dein eigenes Volk eher, als dass Du es vor Räuberei schützt, weil die Räuberbienen sich am Geruch orientieren und den neuen Standort schnell finden. Umstellen macht nur Sinn, wenn es mehrere Kilometer entfernt ist.

        Ich würde die Bienen daher zurückstellen und das Flugloch erst mal auf 1-2 cm eingeengt lassen (und zwar - falls die Kiste noch nicht voll ausgebaut ist - in der Mitte der bisher vorhandenen Waben).

        Füttern während der Räuberei ist nicht unbedingt eine sinnvolle Maßnahme. Ich würde aussetzen, notfalls eher mit Futterteig füttern und erst dann weiter füttern, wenn die Räuberei abgeebbt ist.
        • emk schrieb am 19.08.2013, 09:10
          ... schmierigen, klebrigen Eingangsbereich erkennen. ..

          Einen schmierigen, klebrigen Eingangsbereich (= Widerstand ist schon gebrochen?) haben wir nicht und soweit ich von hinten sehen konnte sind noch alle Waben besetzt.

          ... Die Bienen, die sich an der Papp-Attrappe rumtreiben, sind vermutlich Deine eigenen Bienen. Sie sind ja auf den alten Standort eingeflogen. ...

          Da wir die Bienen im Dunkeln weg gestellt haben (und alle im Stock sein sollten), schließe ich aus der Menge an anfliegenden Bienen am nächsten Tag schon auf fremde Bienen, da wir die Stöcke mit Gaze verschlossen halten und füttern.

          ... weil die Räuberbienen sich am Geruch orientieren und den neuen Standort schnell finden. Umstellen macht nur Sinn, wenn es mehrere Kilometer entfernt ist.

          Kann ich bestätigen!

          ... Ich würde die Bienen daher zurückstellen und das Flugloch erst mal auf 1-2 cm eingeengt lassen ...

          Werden wir heute abend machen. Leider hat das etwas stärkere Volk (bei dem die Räuberei anfing) angefangen hinten zu bauen. Dadurch scheint die Verteidigung des Flugloches schwieriger als bei dem etwas kleineren Volk.
          Damit die Belüftung gewährleistet bleibt, möchte ich nur die Gaze etwas 1-2 cm öffnen, statt einen Keil oder Schaumstoff zu nehmen.
          Ist das vernünftig?

          ... Füttern während der Räuberei ist nicht unbedingt eine sinnvolle Maßnahme. Ich würde aussetzen, notfalls eher mit Futterteig füttern und erst dann weiter füttern, wenn die Räuberei abgeebbt ist.

          Was bedeute "notfalls"?

          Abschließend:
          Muss ich es als Lauf der Natur betrachten, wenn nach Rückstellen und Fluglocheinengung (damit hatten wir ja begonnen) die Völker ausgeraubt werden, oder haben wir noch andere Alternativen?

          Danke für die Unterstützung. [Hinweis: emk hat den Beitrag zuletzt am vor 7 Jahren, 1 Monat geändert.]
          • biena schrieb am 19.08.2013, 09:52
            ... Füttern während der Räuberei ist nicht unbedingt eine sinnvolle Maßnahme. Ich würde aussetzen, notfalls eher mit Futterteig füttern und erst dann weiter füttern, wenn die Räuberei abgeebbt ist.

            Was bedeute "notfalls"?
            Wenn das Bienenvolk akut am Hungern ist (wenige als 5 Kilo Vorräte)

            Muss ich es als Lauf der Natur betrachten, wenn nach Rückstellen und Fluglocheinengung (damit hatten wir ja begonnen) die Völker ausgeraubt werden, oder haben wir noch andere Alternativen?
            Einige Kilometer wegbringen und am besten 2-3 Wochen warten, ist die einzig sichere Methode, eine begonnene Räuberei zu unterbinden.
            • Muss ich es als Lauf der Natur betrachten, wenn nach Rückstellen und Fluglocheinengung (damit hatten wir ja begonnen) die Völker ausgeraubt werden, oder haben wir noch andere Alternativen?
              Einige Kilometer wegbringen und am besten 2-3 Wochen warten, ist die einzig sichere Methode, eine begonnene Räuberei zu unterbinden.
              Beide Völker haben es nach Rückstellung an den alten Standort überstanden.
              Wir füttern im Moment jeden Tag ca. 0,5 kg Zucker (3/2) um auf die nötigen 12 - 15 kg Vorrat zu kommen.