knoerrje schrieb am 12.02.2015, 14:59"Wesensgemäß" ist dass ein Nestvolk mehrere Schwärme abgibt und der Rest den Wachsmotten zum Opfer fällt, bevor die Baumhöhle neu besiedelt wird. Wer seine Völker länger als 2 Jahre auf schwarzen Waben sitzen lässt, züchtet Faulbrutherde. So wird es in den Bienensachverständigenkursen gelehrt und ich würde das nicht so leichtfertig abtun.
Eben die zu erwartende mangelnde Wabenhygiene ist einer der Haupteinwände gegen die Bienenkistenimkerei und die Bienenkistenimker sind gut beraten, sich mit dem Problem aktiv auseinanderzusetzen. Eigentlich sollte jedes Jahr Ende Juli der komplette Wabenbau entfernt werden (Kunstschwarm, wie es die Berufsimmker mehrheitlich machen). Natürlich ist so ein Kunstschwarm nichts "wesensgemäßes".
Es gibt m.W. keinerlei wissenschaftlichen Nachweis für Deine Behauptungen. Früher war die übliche Empfehlung unter konventionellen Imkern, spätestens nach 3-4 Jahren die Waben zu erneuern. Vieles, was Imker glauben, ist bei näherem Hinsehen "Imkerlatein". Ich kenne keine einzige wissenschaftliche Untersuchung, die einen Zusammenhang zwischen dem Alter der Waben und Faulbrut herstellt. Richtig ist, dass die Faulbrutsporen durch den Einbau in das Wachs
unschädlich gemacht werden.
In der Natur lebt ein Bienenvolk i.d.R. länger auf seinem alten Wabenwerk, denn das Muttervolk stirbt ja nicht automatisch nach Abgang des Schwarms. Seeley hat einen Durchschnitt von 80% Überlebensrate ermittelt.
Wir sind außerdem ja auch nicht gegen eine angemessene Bauerneuerung, sondern lediglich gegen eine fast schon hysterische Angst vor älteren Waben. Mit der Empfehlung alle 3-4 Jahre eine Bauerneuerung durchzuführen, bewegen wir uns in dem Rahmen, der auch in konventionellen Imkerkreisen als vertretbar gilt. Ich kann aus eigener Erfahrung aber sagen, dass die Bienenvölker auch auf noch älterem Wabenwerk gesund und munter sind (und natürlich faulbrutfrei, denn wir geben ja regelmäßig Futterkranzproben ab).
Wenn das (also Futterkranzproben untersuchen lassen) auch konventionelle Imker so machen würden, dann gäbe es auch weniger Faulbrutprobleme. Faulbrut entsteht nämlich nicht durch mangelnde Wabenhygiene. Die besten und stärksten Völker holen sich die Faulbrut aus zusammenbrechenden Völkern ganz direkt. Wir hatten hier in Hamburg einen Faulbrutfall in einer Bienenkiste auf nagelneuem Wabenwerk. Die Quelle war ein aufgelassener konventioneller Bienenstand in der Nachbarschaft.